Walking out der NGOs – und der lange Weg zurueck in die Konferenz
“Reclaim the power! Reclaim the power!”-Rufe schallten ab halb 12 aus der grossen “central hall”. Mehrere NGOs hatten sich zu einem gemeinsamen “Walking out” zusammen geschlossen, um unter Protest die Verhandlungen zu verlassen. Zum einen das langsame Vorankommen der Verhandlungen, aber auch der Ausschluss der NGOs von der Konferenz (oder die laecherlichen 90-1000 zugelassenen (von 20.000!)) sorgten und sorgen immer noch fuer Veraergerung. Der Protestmarsch fiel leider relativ klein aus, obwohl die Presse unheimlich praesent war.
Noch schnell die Jacken an der Garderobe abgholt (was mich spaeter rettete) und hinterher, dachten wir. Draussen schloss sie die Demo einer anderen Demo an, und ich entschied mich, wieder reinzugehen, um meinen Rucksack zu holen. Falsch gedacht. Die Tore waren fuer ALLE NGOs gschlossen. Unmut machte sich in der 1 km langen Schlange breit. Es waren viele Leute dabei, die Reden halten sollten in irgendwelchen side-events: keine Chance. Kollektive Strafe fuer alle.
Urspruenglich war geplant, dass eine Gruppe von draussen das Gelaende stuermt. Die Polizei war heute deshalb besonders gut ausgestattet: Sogar die Hundestaffel ist angetanzt, Autos, deren einzige Aufgabe es war, mit einem Gitter Menschen vor sich her schieben zu koennen, waren vor Ort, wurden aber soweit ich mitbekommen habe nicht eingesetzt. Die Gruppe, die das Gebaeude stuermen wollte, ist nicht in die Naehe des Eingangs vorgedrungen. Allerdings scheinen sie weiter weg immer noch zu protestieren, der Helikopter kreist noch immer.
Insgesamt habe ich 4 Stunden gewartet – zum Glueck mit Jacke, denn es begann zu schneien. Der Inder neben mir hatte da mehr Probleme - ihm wurde aber von einem freundlichen Polizisten seine Jacke an der Garderobe abgeholt. Insgesamt waren die Polizisten sehr nett, schenkten Tee und Kaffee aus (und versorgten mich mit Zucker, als ich unterzuckerte), fragten in unserem Namen immer wieder nach, ob wir nicht doch reinduerfen. Als alle anderen aufgegeben hatten und wir nur noch 15 Leute waren, hat es dann geklappt. Hartnaeckigkeit gewinnt
Hier drin bekommt man zwar auch nicht viel mit, aber immerhin ist es warm…
Sinikka

am 17. Dezember 2009 am 21:02
Als ich um halb 3 ankam (war gerade in Copenhagen angekommen und bin gleich vom Bahnhof hingefahren), war da keine Schlange und långst keine Demo mehr. Nur vereinzelte NGO-Leute, die sich wunderten, warum sie ploetzlich nicht mehr reinkommen und strikte Securitymånner. Keine Chance. Bin dann nach ner halben Stunde gegangen. Natuerlich enttåuscht, so kurz vor meinem Ziel einfach abgewimmelt zu werden. Dorothee und anderen ging es offenbar genauso. Sie sind nach einem Tag wieder zurueckgefahren Wie hast du es nur reingeschafft, Sinikka??
Liebe Gruesse aus Teglholmen,Copenhagen
Janina