UN zeigen Nerven
Liebe Tübinger COP 15 Delegierte ,
gerade komme ich von dem Treffen der Organisation zurück, die darüber entscheidet, wer die Konferenz am Donnerstag und Freitag besuchen darf (www.ringos.net). Wegen der Demonstrationen der vergangenen Tage und des versuchten “Sturmes” des Bella Centers heute, liegen die Nerven des Sicherheitsdienstes der UN blank. Dieser schlug allen Ernstes vor, für den weiteren Verlauf der Konferenz alle NGOs auszuschließen. Dieser Vorstoß wurde zwar vom UNFCCC Sekretariat abgelehnt, dennoch wurden sämtliche side events ersatzlos abgesagt!
Die dänische Regierung und die Stadt Kopenhagen haben stattdessen ein Ausweichquartier für die NGOs eingerichtet, von dem aus diese das weitere Geschehen verfolgen können. Näheres dazu findet man auf der offiziellen Seite der COP15 (www.cop15.dk) und der des Sekretariates (www.unfccc.int). Es stellt sich die Frage, ob diejenigen aus der Tübinger Delegation, die heute noch vergeblich versucht haben in die COP15 hineinzukommen, Interesse haben, dort morgen gemeinsam hinzugehen. Dort gibt es Internetzugang, Verpflegung und eine Live Übertragung der Konferenz. Gerne dürft Ihr Euer Interesse in einem Kommentar bekunden. Allerdings wird auch hier für den Zugang ein gültiger NGO Badge benötigt. Darüberhinaus haben die Ringos ein eigenes Alternativ-Event organisiert, das in der Copenhagen Business School stattfindet (ironischerweise der Wirkungsstätte des Skeptikers Björn Lomborg). Dort wird im Prinzip das Gleiche geboten auch ohne Ausweis.
Die Universität Tübingen war übrigens bei der Ticket-Lotterie der Ringos erfolgreich. Henrike Holzwarth wird uns in den nächsten beiden Tagen auf der COP15 vertreten. Wie wir es aus den letzten Tagen gewöhnt sind, wurden auch hier wieder alle Spielregeln über den Haufen geworfen. Die ursprünglich vorgesehenen 1000 Karten für NGO Delegierte sind Makulatur. “Eine flexible Antwort auf eine veränderte Situation”, nannte dies eine Sprecherin der Ringos sinngemäß. Selbst einige führende Mitarbeiter der Ringos kamen nicht mehr ins Bella Center hinein, nachdem sie dieses nachmittags im Glauben verlassen hatten, es abends wieder betreten zu können. Einer schaffte es dann doch. Er hatte von einer der Parties einen Ausweis ausgestellt bekommen.
Beste Grüße aus dem Bella Center
Germar Dahms

am 16. Dezember 2009 am 23:49
Krasse Sachen gehen da vor sich! Danke für die Infos! Bin gespannt was uns Henrike noch berichten kann.
Euch allen noch eine gute Zeit in Kopenhagen!
Flo