Copenhagen Accord
Liebe Tübinger COP15 Delegierte,
hier der Copenhagen Accord zum Downloaden.
Beste Grüße
Germar Dahms
Aktuell und schnell: Link
Hallo,
seit gestern ist ja nur noch Henrieke im Bella Center. Ich bin ins alternativen Klima Forum der NGOs und hab mir da mal interessante Vorträge (z.B. über die Fleischproblematik) angehört, mal die Live-Übertragung der COP angeschaut. Heute nachmittag haben alle Sub-Orgas der NGOs ihre Statemente angegeben, also auch die RINGOs
Hier ein Link, auf dem ziemlich aktuell alle Neuigkeiten direkt aus dem Bella Center zu finden sind. Zumindest ist es da informativer als auf unserem Blog derzeit.
Über Kopenhagen kreisen unaufhörlich Hubschrauber und in der ganzen Stadt trifft man Leute mit dem roten UNFCCC-Band (vorhin in der Metro z.B. Regierungsvertreterinnen aus Sambia). Die NGOs im Klima Forum sind ziemlich aktiv und machen voll viele Aktionen. Und da ist alles irgendvvie besser organisiert als von der UNFCCC.
Morgen gehts für mich zurück nach Tübingen. Mann bin ich gespannt, vvas da heute nacht rauskommt…
Svea
ARD und ZDF protestieren
Liebe Tübinger COP15 Delegierte,
mittlerweile haben sogar die Chefredakteure von ARD und ZDF einen Protestbrief veröffentlicht, in dem sie sich über Einschränkungen der Pressefreiheit auf der COP15 beschweren: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/28/0,3672,7960828,00.html
(Zitat)
ZDF und ARD beschweren sich über eingeschränkte Berichterstattung
Die Korrespondenten von ARD und ZDF, die nach Kopenhagen gereist sind, unterliegen massiven Beschränkungen. Aus diesem Grund haben die Sender einen Protestbrief veröffentlicht. Im Folgenden der Wortlaut:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten hiermit gegen die massive Beschränkung der freien Berichterstattung auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen protestieren. Seit heute dürfen sich Journalisten im Konferenzzentrum nicht mehr frei bewegen. Drehs außerhalb des Pressezentrums sind nur noch möglich, wenn ein Delegationsmitglied das Kamerateam und den Reporter an der Sicherheitsschleuse abholt und das Team dann von einem UN-Verantwortlichen begleitet wird. Spontane Drehs sind unmöglich. Selbst die UN-Medienkoordination wurde offenbar von diesen Maßnahmen überrascht, da die Verschärfung nicht angekündigt war. Diese Maßnahmen verstoßen gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit und behindern die Arbeit der Medien in höchstem Maße. Wir sehen das Recht der freien Berichterstattung massiv eingeschränkt. Daher fordern wir die sofortige Aufhebung dieser Einschränkung für alle Journalistinnen und Journalisten auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen.
Mit freundlichen Grüßen,
Nikolaus Brender Thomas Baumann Chefredakteur ZDF Chefredakteur ARD
(Zitat Ende)
Beste Grüße aus Kopenhagen
Germar Dahms
Stimme erheben von außen
für ein Umschwenken in Kopenhagen
“Wir protestierten in Berlin und die Mauer fiel.
Wir protestierten in Kapstadt und beendeten Apartheid.
Wir protestierten in Kopenhagen — und wir werden ein ECHTES Abkommen erzielen!.”
11 Millionen haben schon unterzeichnet.
Lasst Euren Namen auch in Kopenhagen hören, damit die Verhandlungen noch zu einem Erfolg geführt werden.
von Flo
UN zeigen Nerven
Liebe Tübinger COP 15 Delegierte ,
gerade komme ich von dem Treffen der Organisation zurück, die darüber entscheidet, wer die Konferenz am Donnerstag und Freitag besuchen darf (www.ringos.net). Wegen der Demonstrationen der vergangenen Tage und des versuchten “Sturmes” des Bella Centers heute, liegen die Nerven des Sicherheitsdienstes der UN blank. Dieser schlug allen Ernstes vor, für den weiteren Verlauf der Konferenz alle NGOs auszuschließen. Dieser Vorstoß wurde zwar vom UNFCCC Sekretariat abgelehnt, dennoch wurden sämtliche side events ersatzlos abgesagt!
Die dänische Regierung und die Stadt Kopenhagen haben stattdessen ein Ausweichquartier für die NGOs eingerichtet, von dem aus diese das weitere Geschehen verfolgen können. Näheres dazu findet man auf der offiziellen Seite der COP15 (www.cop15.dk) und der des Sekretariates (www.unfccc.int). Es stellt sich die Frage, ob diejenigen aus der Tübinger Delegation, die heute noch vergeblich versucht haben in die COP15 hineinzukommen, Interesse haben, dort morgen gemeinsam hinzugehen. Dort gibt es Internetzugang, Verpflegung und eine Live Übertragung der Konferenz. Gerne dürft Ihr Euer Interesse in einem Kommentar bekunden. Allerdings wird auch hier für den Zugang ein gültiger NGO Badge benötigt. Darüberhinaus haben die Ringos ein eigenes Alternativ-Event organisiert, das in der Copenhagen Business School stattfindet (ironischerweise der Wirkungsstätte des Skeptikers Björn Lomborg). Dort wird im Prinzip das Gleiche geboten auch ohne Ausweis.
Die Universität Tübingen war übrigens bei der Ticket-Lotterie der Ringos erfolgreich. Henrike Holzwarth wird uns in den nächsten beiden Tagen auf der COP15 vertreten. Wie wir es aus den letzten Tagen gewöhnt sind, wurden auch hier wieder alle Spielregeln über den Haufen geworfen. Die ursprünglich vorgesehenen 1000 Karten für NGO Delegierte sind Makulatur. “Eine flexible Antwort auf eine veränderte Situation”, nannte dies eine Sprecherin der Ringos sinngemäß. Selbst einige führende Mitarbeiter der Ringos kamen nicht mehr ins Bella Center hinein, nachdem sie dieses nachmittags im Glauben verlassen hatten, es abends wieder betreten zu können. Einer schaffte es dann doch. Er hatte von einer der Parties einen Ausweis ausgestellt bekommen.
Beste Grüße aus dem Bella Center
Germar Dahms
Connecting Biodiversity and Climate Change – Mitigation and Adaptation
Presentation of the CBD Expert Group report (Technical Series 41), Friday, 11 December
Ich möchte eine kurze Zusammenfassung über das vom CBD ( Secretariat of the Convention on Biological Diversity) organisierte Sideevent geben, das seinen 2009 publizierten Report “Connecting Biodiversity and Climate Change – Mitigation and Adaptation” in Kopenhagen vorgestellt hat. Der Report berichtet über den engen Zusammenhang zwischen Biodiversität, Ökosystemen, Ecosystem Service und Klimawandel, wie sich alle gegenseitig beeinflussen und nicht mehr getrennt betrachtet werden dürfen. Durch den Verlust von z.B. Biodiversität oder die Degradation von Ökosystemen erfolgt eine Schwächung der Interaktionsfähigkeit, die eine Anpassung an den Klimawandel im Gegensatz zu einem intakten System erheblich erschwert. Der Erhalt von Ecosystem Service ist für den Menschen von großer Bedeutung, der z. B. auf sauberes Trinkwasser angewiesen ist. Um einer Verschlechterung der Zustände entgegen zu wirken, ist es wichtig, die fortschreitende Klimaerwärmung abzuschwächen. Eine Möglichkeit ist, so der Bericht, gerade bei den Ökosystemen anzusetzen und die Effizienz des Ecosystem Service zu erhöhen. Dabei muss auf eine rücksichtsvolle und nachhaltige Durchführung geachtet sowie mögliche negative Folgen in Betracht gezogen werden (Stichwort: Ozeandüngung). Bestehende intakte Ökosystem sollen geschützt werden, um deren Belastbarkeit zu erhöhen, so dass eine Anpassung von Biodiversität und der betroffenen Menschen möglich ist. Die technische Anpassung an den Klimawandel, wie z. B. das Errichten von Dämmen, kann ebenfalls negative Effekte auf intakte Ökosysteme haben.
Die letzte Folie der Präsentation des Reports soll auch hier den Abschluss machen:
Valuation and incentive measures
– ensure that economic and non-economic values of biodiversity and ecosystem services are taken into account when planning and undertaking climate change related activities.
– incentives should be carefully designed to consider cultural, social, economic and biophysical factors while avoiding market distortions.
Ich fand das Thema sehr interessant und aufschlussreich. Ich habe eine eher freie Zusammenfassung gegeben. Wer sich gerne die Präsentation ansehen möchte, kann dies unter folgendem Link tun:
http://www.cbd.int/climate/doc/cbd-side-event-copenhagen-2009-12-11-en.pdf
Unfassbar: Die Antwort auf “Reclaim the Power”
Dazu muss man glaub ich nicht mehr viel sagen, schaut euch einfach das Video an: Der Versuch einiger NGOs und Demonstranten, das COP15 zu stürmen… Ich sitze gerade in einem Meeting Room und warte auf Evo Morales und der Typ vor mit hat mir das gerade gezeigt.
Ich werde mich von allen weiteren Sturm-Versuchen mal lieber fern halten!
Svea
Wichtig!!!!!
Zugang fuer morgen, Donnerstag 17.12, nur mit zusaetzlicher karte!!! diese muss persoenlich abgeholt werden. meeting hierzu ist um 21 Uhr. Oertlichkeit wird an der Tuer des RINGO Office (kurz vor ausgang)bekanntgegeben. Wer es liest bitte denen die noch da sind bescheid geben, da unseres handyakkus lehr sind und nur noch Marlin erreichen konnten.
Flo und Max
Sustainability of COP15
Carina, Matthieu und ich haben vorhin mit den netten Menschen in quietschgruenen T-shirts gesprochen, die fuer Fragen zur Nachhaltigkeit der ganzen Veranstaltung hier zustaendig sind. Nachdem wir ein paar supercoole Buttons eingesackt haben, hat Carina einen netten Herren von denen ein bisschen ausgequetscht und ich erlaube mir mal, darueber zu schreiben.
Das schneeweisse Papier im Computerzentrum (wo jeder, der moechte ausdrucken moechte, was auch immer er moechte) ist wohl doch Rcycling-Papier. Hm, also dann zumindest extrem gebleicht. Zu der Frage, warum es denn auf der Veranstaltung fast nur fleischhaltige Kost gibt, hat er uns erst kurz irritiert angeschaut und dann gemeint: Es gibt ja an der Theke immer ein vegetarisches und ein nicht-vegetarisches Gericht. Schoen und gut, aber die Haeppchen bei den Side-Events betsehen zu gefuehlten 90 % aus Fleisch (bis auf die Schokopralinen
). Voll super ist allerdings, dass es hier einige Tabwater-Spender gibt, auch mit nicht-gekuehltem Wasser.
Ja, dann hat der Sustainability-Mensch noch gemeint, dass es wohl eine Kooperation der Orga mit der UNFCCC gibt, um die Fluege zu kompensieren. Wie das allerdings geschehen soll, hab ich nicht ganz verstanden. Auch nicht schlecht: Extra fuer COP15 wurde ein paar hundert Meter hinter dem Konferenzzentrum ein Windkraftanlage gebaut. Die darf da aber nur 2 Jahre stehen. Offiziell kommen 15 % der Energie der COP15 von dort, aber ehrlicherweise fuegte der nette Herr noch hinzu, dass durch das Auf- und Abbauen der Anlage genausoviel Energie aufgewendet werden muss, wie produziert wird. Hoffen wir zumindest, dass es nicht sogar mehr ist…
Immerhin ein schoenes Vorzeige-Windrad, direkt neben einem rauchenden Kohlekraftwerk am Horizont…
Svea

